
Ein Hochbautag ohne Betzenberg? Was zunächst ungewohnt klang, entpuppte sich als gelungene Abwechslung: In der Vulkanbrauerei traf sich die Branche in diesem Jahr in neuer Umgebung – und fand dabei schnell zu ihrer gewohnten Stärke zurück: dem offenen Austausch.
Fachgruppenleiter Dr.-Ing. Paul Uwe Budau begrüßte die Teilnehmer mit einem Augenzwinkern und nahm Bezug auf den erstmals veränderten Veranstaltungsort. Viele Jahre hatte der Hochbautag traditionell im Stadion in Kaiserslautern stattgefunden – umso erfrischender sei es, neue Wege zu gehen. Eines jedoch bleibe unverändert: „Auch ohne Stadiontribüne wird es heute ein Heimspiel für den Austausch innerhalb unserer Branche.“
Dass der persönliche Dialog weiterhin einen hohen Stellenwert hat, zeigte die große Resonanz der Teilnehmer. Dr. Budau betonte die Bedeutung solcher Treffen gerade in herausfordernden Zeiten. Die Bauwirtschaft stehe aktuell vor komplexen Aufgaben – von konjunkturellen Unsicherheiten bis hin zur Frage, wann angekündigte Investitionsimpulse tatsächlich wirksam werden.
Den fachlichen Auftakt machte Thomas Weiler, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz, mit einem Überblick über die aktuelle Lage der Branche. Im Fokus standen dabei insbesondere die Erwartungen an das Sondervermögen sowie die geplanten Investitionen von Land, Kommunen und dem Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung. Trotz eines weiterhin hohen Bedarfs an Wohnungsbau, Infrastruktur und Investitionen im Gebäudesektor blieben konkrete Impulse bislang hinter den Erwartungen zurück – ein Thema, das viele Unternehmen derzeit intensiv beschäftigt.
Im Anschluss stellte Sebastian Schneider, Leiter Marketing und Vertrieb der BAMAKA, die Leistungen der Einkaufsgemeinschaft vor. Neben den bekannten Angeboten wurden auch neue Möglichkeiten aufgezeigt, mit denen Betriebe ihre Effizienz steigern und Kosten optimieren können.
Nach einer kurzen Kaffeepause verlagerte sich der Schwerpunkt des Tages bewusst vom Vortragsprogramm hin zum persönlichen Austausch. Bei einer Führung durch die Vulkanbrauerei sowie dem anschließenden gemeinsamen Abendessen bot sich ausreichend Gelegenheit, bestehende Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen.
Der Hochbautag 2026 machte einmal mehr deutlich: So wichtig fundierte Informationen und wirtschaftliche Einordnungen auch sind – die eigentliche Stärke der Branche liegt im Miteinander. Oder, wie Dr. Budau es treffend formulierte: Innovation und Zukunftsfähigkeit entstehen selten allein am Schreibtisch, sondern im Gespräch.
Mit einem gelungenen Mix aus fachlichem Input und persönlichem Dialog bleibt die Veranstaltung auch in neuem Rahmen ein fester Bestandteil im Kalender der Bauwirtschaft.